Kultur Forum

Carmen rasante

Wir wurden in die Vergangenheit versetzt. Es gibt keine Fernseher, kein elektrisches Licht, kein Kino, etc. Man spielte in der Biedermeierzeit zu Hause Theater, uzw. Papiertheater.
Die ganze Familie war beschäftigt aus Papierausschneidebögen Figuren und Kulissen auf Karton oder dünnes Sperrholz zu kleben und auszuschneiden. Kunstbegabte entwarfen eigene Figuren und Texte. Anfang des 20. Jahrhunderts, es gab nun andere Möglichkeiten der Belustigung, verschwanden die Papiertheater. Sie wurden aber nicht vergessen.
Heute gibt es sie wieder, im deutschsprachigen Raum immerhin 35 Papiertheater-spieler. Natürlich hat sich die Technik, insbesondere die Beleuchtung verändert, keine Kerzen, sondern tw. sogar LED – Beleuchtung.
Und wir, das Publikum, saßen am Abend des 15. Mai 2019 im Jazzkeller des Congresszentrums ZEHNERHAUS vor einem kleinen Papiertheater von Ulrich Chmel. Nach einer Einleitung von ihm, führte George Bizet als Papierfigur das Publikum durch die Oper. Die Zuseher, aufgefordert von Ulrich Chmel, sangen oder summten bei bekannten Liedern begeistert mit.
Fasziniert von den tanzenden Figuren bis zum tragischen Tod von Carmen, mit einer besonderen Technik wirklichkeitsnah dargestellt, folgten die Besucher der außergewöhnlichen Vorstellung.
Einmal etwas Anderes im Jazzkeller.
Backstage konnten wir hinter der Bühne die Technik bewundern, welche Ulrich Chmel gerne erklärte.